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PM: Wird Magirus verscherbelt? – Ansbacher sorgt sich

Vor elf Jahren war Ulm in großer Sorge, weil die LKW-Produktion von IVECO auf der Kippe stand. Die Arbeitsplätze wanderten mit der Produktion schließlich nach Madrid, was die Ulmer Belegschaft traumatisierte und die jahrzehntelange LKW-Produktion in Ulm beendete. Immerhin kehrte damals bei der Brandschutzsparte des Konzerns Ruhe ein, weil Magirus als GmbH auf eine neue Grundlage gestellt wurde. Die weltbekannte Produktion von Feuerwehrfahrzeugen, die 1864 in Ulm mit der Firmengründung von Conrad Dietrich Magirus begann, wurde erfolgreich fortgeführt. Nun meldete im deutschsprachigen Raum als erstes eine Südtiroler Nachrichtenseite, dass IVECO den Verkauf der Magirus GmbH plane. Der Kandidat für die Ulmer Oberbürgermeisterwahl, Martin Ansbacher, schrieb deswegen nun an den Magirus-Geschäftsführer Thomas Hilse und den Betriebsrat. Mit Bestürzung habe er vom beabsichtigten Verkauf gehört und bittet um ein Gespräch. „Die Magirus GmbH ist ein traditionsreiches Unternehmen, in dem viele Ulmer Familien ihr täglich Brot verdienen und mit Stolz hier arbeiten“, schreibt Ansbacher und möchte Unterstützungsmöglichkeiten ausloten.

Die italienischen Metallgewerkschaften hatten die Verkaufsabsicht von IVECO in italienischen Medien publik gemacht. Der Konzern, der mehrheitlich einer Beteiligungsgesellschaft der Industriellen-Familie Agnelli gehört, solle sich vorrangig auf sein Kerngeschäft konzentrieren und suche deshalb einen Investor, der die Nischensparte Magirus teilweise oder ganz übernimmt, so meldet es die römische Zeitung „La Repubblica“. Martin Ansbacher will sich nun informieren, wie die Planungen von IVECO exakt aussehen, weil vor allem der drohende komplette Verkauf von Magirus im Raume steht. Ansbacher fürchtet einen Einfluss von Wettbewerbern, die sich lediglich eines Konkurrenten entledigen wollen. Eine Übernahme lediglich der Marke „Magirus“ und die Verlagerung der Produktion zu einem Konkurrenten könnte erneut einen Kahlschlag am Standort bedeuten. Ansbacher will sich darum zu dieser Problematik auch mit der IG Metall unterhalten.

Magirus produziert in Ulm, im norditalienische Brescia und in der Steiermark Feuerwehrfahrzeuge und beschäftigt dazu rund 1.000 Menschen.